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Rudolf Steiner

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Montag, 23. April 2012

Lilith Teil2

* Inanna, Lilith und der Huluppu-Baum *

Die patriarchalen Religionen haben alle auf ihre Weise dazu beigetragen, die weibliche Stärke zu verleugnen oder zu verhindern. Das Christentum förderte diejenigen Rollenbilder der Weiblichkeit, die allgemein akzeptiert wurden: die brave und angepaßte Eva, die den Ei- genschaften der Venus entspricht; und die Mutter Maria, die in ihrer 'unbefleckten' Empfäng- nis zur Heiligen stilisiert wurde, sie läßt sich im Mond wiederfinden.

Lilith hingegen wurde mißachtet und dämo- nisiert; weil sie es wagte, eigenständig zu denken und zu handeln. Sie lebte ihre Kraft und wurde dafür verurteilt, als fortan allen Frauen drohendes Beispiel, wenn sie es ebenso wagen sollten, sich aus dem Ge- fängnis der Unterdrückung zu befreien. Lilith wurde zur einsamen Grenzgängerin. Verfemt und ausgestoßen, mußte sie sich lange verbergen. Erst die Frauenbewegun- gen, die ab Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, besonders ab den 70ern des 20. Jahrhunderts, forderten die Gleichbe- rechtigung. Diese emanzipatorische Bewe- gung war wichtig, doch geht es nicht nur um gleiches Recht – denn was lange nicht verstanden wurde, ist die GleichWERTig- keit von Mann und Frau. So mußte Lilith ihre Grenzen neu ausprobieren und finden, in der Arbeitswelt und vor allem als Frau und Mutter. Lilith ist voller Geheimnisse, solange wir ihre wahre Stärke noch suchen. Sie konfrontiert uns deshalb mit dem Schmerz über unseren Mangel, dort wo sie im Radix steht.

Wenn wir unsere Weiblichkeit vervollkommnen möchten, und die Männer ihre innere Frau, kommen wir nicht darum herum, uns diesem Mangel zu stellen. Dabei könnten wir die wahre Kraft Liliths entdecken – und das ist unsere tiefste Angst, und unsere größte Sehnsucht zugleich.

Der Mythos bietet uns Möglichkeiten des Verstehens an. Und so möchte ich euch eine uralte Geschichte wiedergeben und deuten, die den inneren Konflikt zwischen Venus/Inanna/Eva und Lilith zeigt: von dem Unvermögen der Venus, die Stärke Liliths anzuerkennen, und von Liliths Schmerz, immer noch nicht anerkannt und geliebt zu sein.

Wenden wir uns also der sumerischen Göttin Inanna zu, der Vorläuferin der späteren Ishtar und Aphrodite/Venus, der Liebesgöttin; hier ist sie Königin des Himmels und der Erde. In einem alten Gedicht aus dem Gilgamesch-Epos finden wir bereits Hinweise auf Lilith und die weibliche Spaltung:


Inanna, Lilith und der Huluppu-Baum

In den ersten Tagen, in den allerersten Tagen,
in den ersten Nächten, in den allerersten Nächten,
in den ersten Jahren, in den allerersten Jahren,

in den ersten Tagen, als alles, was zum Leben nötig war, ins Sein gebracht wurde,
in den ersten Tagen, als alles, was zum Leben nötig war, angemessen ernährt wurde,
als der Himmel sich von der Erde fortbewegt hatte,
und der Name des Menschen festgelegt wurde,
als der Himmelsgott, An, die Himmel davongetragen hatte,
als der Luftgott, Enlil, die Erde davongetragen hatte,
als die Königin des Großen Unten, Ereschkigal, die Unterwelt beherrschte,

In diesen Zeiten pflanzte sich ein Baum, ein einzelner Baum,
ein Huluppu-Baum, an den Ufern des Euphrats ein.
Der Baum wurde von den Wassern des Euphrats genährt.
Der wirbelnde Südwind zog an seinen Wurzeln und zerrte an seinen Ästen,
bis die Wasser des Euphrats ihn davontrugen.

 Eine Frau, die in Ehrfurcht vor den Worten des Himmelsgottes An wandelte,
die in Ehrfurcht vor den Worten des Luftgottes Enlil lebte,
riß den Baum aus dem Fluß und sprach:
„Ich werde diesen Baum nach Uruk bringen.
Ich werde diesen Baum in meinen heiligen Garten pflanzen.“

Mit eigener Hand sorgte Inanna für den Baum.
Mit ihren Füßen stampfte sie die Erde um ihn herum fest.
Sie sprach zu sich selbst:
„Wie lange wird es wohl dauern, bis ich einen leuchtenden Thron habe?
Wie lange wird es wohl dauern, bis ich ein leuchtendes Bett besitze?“

Die Jahre gingen dahin; fünf Jahre, zehn Jahre.
Der Baum wurde dick, doch seine Rinde sprang nicht auf.

Dann schlug eine Schlange, die nicht bezähmt werden konnte,
ihr Nest in den Wurzeln des Huluppu-Baumes auf.
Der Anzu-Vogel setzte seine Brut in die Zweige des Baumes.
Und die dunkle Jungfrau Lilith baute ihr Haus in seinem Stamm.


Die junge Frau, die gerne lachte, weinte.
Und wie Inanna weinte!
Doch sie alle wollten ihren Baum nicht verlassen.

Inanna rief ihren Bruder, den Sonnengott Utu herbei,
doch Utu, der tapfere Krieger Utu,
wollte seiner Schwester Inanna nicht helfen.



Beim Anbruch der Morgendämmerung, als die Vögel zu singen anfingen,
rief Inanna ihren Bruder Gilgamesch herbei und sprach zu ihm:
„Oh Gilgamesch, in den Tagen, als die Schicksale beschlossen wurden,
als Überfluß das Land durchströmte,
als der Himmelsgott die Himmel und der Luftgott die Erde davontrugen,
als Ereschkigal das Große Unten als ihren Herrschaftsbereich erhielt,
da segelte der Gott der Weisheit, Vater Enki, hinab in die Unterwelt,
und die Unterwelt stand auf gegen ihn und griff ihn an...
In diesen Zeiten wurde ein Baum, ein einzelner Baum, ein Huluppu-Baum,
an den Ufern des Euphrats eingepflanzt.
Der Südwind zog an seinen Wurzeln und zerrte an seinen Zweigen,
bis die Wasser des Euphrats ihn davontrugen.
Ich riß den Baum aus dem Fluß heraus,
ich brachte ihn in meinen heiligen Garten.
Ich hegte den Baum, derweil ich auf meinen leuchtenden Thron
und mein leuchtendes Bett wartete.

Dann schlug eine Schlange, die nicht bezähmt werden konnte,
ihr Nest in den Wurzeln des Baumes auf,
und der Anzu-Vogel setzte seine Brut in die Zweige des Baumes,
und die dunkle Jungfrau Lilith baute ihr Haus in seinem Stamm.
Ich weinte.
O wie sehr weinte ich!
Doch sie alle wollten den Baum nicht verlassen.“

Gilgamesch, der tapfere Krieger Gilgamesch,
der Held von Uruk, stand Inanna zur Seite.
Gilgamesch befestigte eine Rüstung von fünfzig Minas Gewicht
an seinem Oberkörper.
Die fünfzig Minas wogen sowenig für ihn wie fünfzig Federn.
Er schwang seine Bronze-Axt über die Schulter
und betrat Inannas heiligen Garten.

Gilgamesch erschlug die Schlange, die nicht bezähmt werden konnte.
Der Anzu-Vogel flog mit seinen Jungen in die Berge.
Und Lilith zertrümmerte ihr Haus und entfloh an wilde, unbewohnte Orte.

Dann entwurzelte Gilgamesch den Huluppu-Baum.
Aus dem Stamm des Baumes schnitzte er einen Thron und ein Bett
für seine heilige Schwester.
Doch der Thron und das Bett waren aus totem Holz,
und sie konnten nicht leuchten.

Inanna/Venus hat diesen wunderschönen Huluppu-Baum gepflanzt, der symbolisch für Wachstum, Ausdehnung, Glück und Erkenntnis steht (Jupiter-Qualitäten). Sie ist traurig, weil ihr Glück getrübt scheint, dadurch, daß sich die Schlange, der Vogel und Lilith im Baum eingenistet haben. Inanna scheint nicht zu bedenken, daß sie diese Drei dringend braucht, um selbst ganz zu werden.

Die Schlange steht symbolisch für die ungebändigte Lebens- kraft, sie wird auch mit der Kundalini-Energie in Verbindung ge- bracht, und für eine tiefe Wandlung, Häutung und Transforma- tion. 'Die Schlange, die nicht bezähmt werden kann' steht also für die unbändige Lebenskraft, die in jedem von uns steckt, wenn wir sie nur freilegen.

Der Anzu-Vogel, der mit seinen Jungen ein Nest im Huluppu- Baum bewohnte, ist ein Adler, der sinnbildlich für Freiheit, Weisheit und sinnübergreifende Erkenntnis steht. Und Lilith selbst bewohnte den Stamm des Baumes, also unsere aus- gestoßene, wilde, lustvolle und starke Symbolfigur für das ei- genständige Weibliche in uns.

Inanna/Venus begreift diese Zusammenhänge nicht, und läßt es zu, daß Gilgamesch, ein Mann, alle drei vertreibt; die Schlange, also die Lebenskraft, wird sogar erschlagen. Der Preis ist hoch: der Huluppu-Baum, Sinnbild für ihr Glück, wird dabei zerstört.

So liefern uns die alten Sumerer eine märchen-anmutende Geschichte, über die Jahrtausende hinweg, und doch heute noch von immenser Bedeutung. Die Venus in uns – und das gilt für Männer genauso wie für Frauen – sollte sich bewußt machen, daß die liebevolle, doch angepaßte Seite nur einen Teil unserer Weiblichkeit dar- stellt. Wir dürfen Lebenskraft, Freiheit und Stärke nicht länger opfern für eine religiöse Vorstellung, die eindeutig auf Angst vor Machtverlust basiert.

Es gibt keinen Gott, der mit Bestrafung droht. Wenn Gott absolute und bedingungslose Liebe ist, hat er uns nicht dazu erschaffen, immer wieder Teilung, Zwiespältigkeit, Angst, Trennung und Ohnmacht zu erfahren. Wir müssen diese überholten Zwangsvorstellungen nun end- gültig loslassen, denn sie halten uns gefangen. Gott hat Mann und Frau völlig ebenbürtig erschaffen, denn er liebt alle seine Kinder gleichermaßen. Und Gott ist auch eine Göttin; eine Wesenheit, die Animus und Anima zur höchsten Vollendung gebracht hat.

Lilith ist ein großes Unrecht widerfahren. Ihre Rehabilitation ist notwendig und unumgänglich. Ihre Kraft und Ursprünglichkeit sind Eigenschaften, die wir annehmen und aus vollem Herzen bejahen sollten – damit verliert sie ihre angebliche 'Gefährlichkeit'. Andere Märchen- deutungen, wie von der russischen Baba Yaga, oder der Wolfsfrau* bestätigen das nur. So wird es nötig sein, daß Venus und Lilith ihrer Sehnsucht endlich nachgeben und sich um- armen. Lilith ist der Inbegriff unserer Abspaltung der starken, wilden, sinnlichen Großen Göttin. Wer sie einlädt, zurückzukommen, erhält die Rückfahrkarte in das Paradies. 

* "Die Wolfsfrau", Clarissa Pinkola Estés


 
Halbmond - Vollmond 

Die Schneegans ruft
Blätter rascheln
unter ihren Füßen
weich der Boden
es duftet nach Harz.

Zart umhüllen sie
blaue Schleier
aufrechter Gang
Halbmond leuchtet
auf ihrer Stirn.

Zehntausend Jahre
ist Lilith gewandert
ausgestoßen, doch mit
Hoffnung im Herzen
sucht sie die Versöhnung.

Am heiligen Stein
Vollmond leuchtet
wartet Inanna
die Lichtträgerin
mit offenen Armen.

Sehnsucht ruft
in ihren Augen
scheu und zärtlich
die Umarmung
ineinander versunken.

Die Zeit steht still
Sternschnuppen fallen
der Wald hält den Atem an
irgendjemand spielt Puccini
und Isis lächelt.

Ich bin es selbst
Tochter des Himmels
gerade angekommen
im Paradies.
Und wo bleibt Adam?

Osira